Reisekrankheiten

Lieber Hundebesitzer,

wenn Sie mit Ihrem Liebling nach Süd- oder Südosteuropa verreisen wollen, sollten Sie Ihren Hund unbedingt vor Reisekrankheiten schützen. Schon 1-2 Wochen vor dem Urlaubsantritt sollte der Hund einen Infektionsschutz gegen Filarien bekommen und zusätzlich einen Tag vor Reisebeginn sollte ein Medikament gegen Zecken und Sandmücken verabreicht werden. Je nach Länge des Aufenthaltes müssen die Behandlungen am Urlaubsort und/oder zu Hause wiederholt werden.

Wenn Sie vorhaben zu verreisen, stellen wir Ihnen gerne einen individuellen Behandlungsplan für Ihren Hund zusammen. Dafür benötigen wir das Gewicht Ihres Hundes und die Dauer ihres Urlaubs.

Wir haben für Sie hier eine kleine Zusammenstellung der wichtigsten Reisekrankheiten gemacht.

Unter dem Begriff Reisekrankheiten fasst man Krankheiten zusammen, die überwiegend in den von uns bevorzugten südlichen Reiseländern vorkommen, bzw. die noch vor wenigen Jahren nur in diesen Ländern vorkamen. Einige dieser Krankheiten sind jedoch in den letzten Jahren auf Grund der erhöhten Mobilität und der steigenden Temperaturen nach Deutschland eingewandert. (Weiteres dazu am Ende)

Die häufigsten Reisekrankheiten

  1. Leishmaniose: Leishmanien sind Parasiten, die durch den Stich von Sandmücken übertragen werden. Die Verbreitung der Leishmaniose ist direkt abhängig von der Verbreitung der Sandmücke. Diese kommt überall in Südeuropa vor und ist auf dem Vormarsch nach Norden (s.u.).
  2. Babesiose: Babesien sind Einzeller, die von der Auwaldzecke und von der braunen Hundezecke übertragen werden. Die Babesiose kommt im gesamten süd- und südosteuropäischen Raum vor, einschließlich Ungarn, Schweiz und Nordfrankreich. Auch die Babesiose verbreitet sich weiter nach Norden (s.u.).
  3. Ehrlichiose: Ehrlichien sind Bakterien-ähnliche Erreger, die durch die braune Hundezecke übertragen werden. Diese Zeckenart ist ab Zentralfrankreich südwärts anzutreffen.
  4. Filariosen: Filarien sind Würmer, die im Blutgefäßsystem leben. In Europa kommen 5 verschiedene Filarien vor. Die bekannteste ist der Herzwurm. Übertragen werden die Filarien von Stechmücken und Flöhen. Filariosen kommen in Süd- und Südosteuropa – einschließlich Ungarn, Schweiz und Nordfrankreich – vor. Es ist zu erwarten, dass Filarien sich auch nach Deutschland ausbreiten.
  5. Hepatozoonose: Hepatozoen sind Einzeller. Sie werden durch das Verschlucken infizierter Zecken übertragen. Verbreitungsgebiet ist Südeuropa.

 

Krankheitszeichen

Alle aufgeführten Krankheiten sind schwer erkennbar, da die Krankheitserscheinungen nicht klar auf eine spezielle Erkrankung hindeuten. Auch treten Anzeichen einer Erkrankung oft erst Wochen bis Monate, in einigen Fällen sogar erst nach Jahren nach der Ansteckung auf.

Anzeichen, die auf eine Reisekrankheit hinweisen könnten, sind:

Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Entzündungen der Haut, Entzündungen der Augen, dunkel verfärbter Urin, Blutarmut, Gelbsucht, Blutungen (z.B. Nasenbluten), Lahmheit, Husten, Atemnot

 

Vorbeugung gegen diese Reisekrankheiten

Da diese Krankheiten alle durch Insekten übertragen werden, können Medikamente, die unsere Hunde vor stechenden Insekten schützen, die Übertragung verhindern. Zusätzlich sollte ein Medikament, welches vor einer Infektion mit Filarien schützt, gegeben werden. Mit der Behandlung sollte 1-2 Wochen vor Reiseantritt begonnen werden.

 

Verbreitung der sogenannten Reisekrankheiten in Deutschland

Wie schon oben erwähnt, sind die Reisekrankheiten in Richtung Norden auf dem Vormarsch.

Auf Grund der höheren Temperaturen konnte sich die Sandmücke entlang des Rheingrabens in Baden-Württemberg und im Süden von Rheinland-Pfalz ausbreiten. In den letzten Jahren gab es in diesen Regionen die ersten Leishmaniose-Fälle bei Hunden, die nie im Ausland waren.

Die Babesiose ist in Deutschland auch unter dem Namen „Hunde-Malaria“ bekannt geworden. Nachdem sich die Auwaldzecke in fast ganz Deutschland ausgebreitet hat, sind inzwischen Babesien im Saarland, Berliner-, Münchner-, Regensburger-, Freiburger-, Stuttgarter Raum (Filderstadt), Rheinebene (bis in die Köln/Bonner Bucht), Münsterland, Siegerland und entlang der Mosel und der Elbe nachgewiesen worden.

Zu erwarten ist außerdem die Verbreitung der Filarien nach Deutschland.

Da zudem auch von unserer einheimischen Zecke (Holzbock) diverse Krankheiten übertragen werden können (z.B. Borreliose, FSME, Anaplasmose), raten wir Ihnen zu einer regelmäßigen Zeckenbehandlung auch bei Hunden, die in Deutschland zu Hause sind und bleiben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Hund an einer durch stechende Insekten übertragene Krankheit ansteckt, ist jedoch in Süd- und Südosteuropa wesentlich größer, da dort bedeutend mehr Insekten und Zecken gefährliche Krankheitserreger in sich tragen.

Ihr Team für Tiere